Wie arbeitet ein Mediator bei Konfliktlösungen?

Wie arbeitet ein Mediator bei Konfliktlösungen?

Inhalt des Artikels

Dieser Text erklärt knapp, wie Mediatoren in Deutschland strukturiert zur Konfliktlösung beitragen. Er zeigt die Mediator Arbeit, den typischen Mediation Ablauf und den konkreten Nutzen für Privatpersonen, Paare, Nachbarn und Unternehmen.

Die Darstellung berücksichtigt rechtliche und kulturelle Rahmenbedingungen in Mediation Deutschland. Zertifizierte Mediatorinnen und Mediatoren orientieren sich an Standards wie denen des Bundesverbands für Mediation und arbeiten außergerichtlich sowie vertraulich gemäß den Vorgaben der Zivilprozessordnung.

Leser erhalten eine praxisorientierte Bewertung: Welche Methoden setzen Mediatoren ein, wie verläuft ein Mediation Ablauf und wann ist eine Konfliktlösung Mediator sinnvoll? Das Ziel ist, Interessierten eine fundierte Grundlage zur Auswahl und Einschätzung von Angeboten zu geben.

Wie arbeitet ein Mediator bei Konfliktlösungen?

Ein Mediator begleitet Parteien durch einen meist strukturierten, vertraulichen Prozess, um eigenständige Lösungen zu finden. Die Arbeit zielt auf Kommunikation, Klarheit und tragfähige Vereinbarungen ab. Dieser Ansatz ist Teil der außergerichtliche Konfliktlösung und bietet eine Alternative zum gerichtlichen Verfahren.

Definition und Rolle des Mediators

Die Mediator Definition beschreibt eine neutrale Drittperson, die den Dialog moderiert, ohne Entscheidungen aufzuzwingen. Sie sorgt für einen sicheren Rahmen, stellt Fragen und hilft, Interessen hinter Positionen aufzudecken.

In Deutschland sind viele Mediatorinnen und Mediatoren nach Standards der Deutschen Gesellschaft für Mediation oder dem Bundesverband Mediation ausgebildet. Die Rolle Mediator umfasst Moderation, Strukturierung von Gesprächen und Unterstützung bei der Formulierung von Vereinbarungen.

Unterschiede zu Richter, Anwalt und Coach

Beim Vergleich Mediator vs Richter zeigt sich, dass Richter verbindliche Urteile fällen. Mediatoren schaffen freiwillige, vertrauliche Lösungen und ersetzen keine gerichtliche Entscheidung.

Der Unterschied Mediator vs Anwalt liegt in der Parteilichkeit. Anwältinnen vertreten Interessen ihrer Mandantinnen, während Mediatoren unparteiisch arbeiten und die Kommunikation befördern.

Ein Coach konzentriert sich auf individuelle Entwicklung. Mediatoren fokussieren auf den gemeinsamen Konflikt und praktikable Absprachen zwischen den Parteien.

Ziele der Mediation im Konfliktprozess

Ziele Mediation sind die Wiederherstellung tragfähiger Kommunikation, das Identifizieren von Interessen und das Entwickeln nachhaltiger, umsetzbarer Lösungen.

Weitere Absichten sind Zeit- und Kosteneffizienz gegenüber gerichtlichen Verfahren, die Stärkung von Eigenverantwortung und die Reduktion emotionaler Eskalation. Als Teil der außergerichtliche Konfliktlösung fördert Mediation Beziehungserhalt und kreative Vereinbarungen.

Vorbereitung und Erstgespräch: So beginnt der Prozess

Bevor eine Mediation startet, klärt der Mediator die organisatorischen und inhaltlichen Rahmenbedingungen. Eine sorgfältige Mediation Vorbereitung schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass alle Beteiligten wissen, was auf sie zukommt.

Die Kontaktaufnahme erfolgt häufig per Telefon, E-Mail oder über Vermittlungsstellen wie örtliche Rechtsanwaltskammern und Mediationszentren. Beim ersten Austausch sammelt der Mediator Informationen zum Sachverhalt, zu den Parteien und zu bisherigen Schritten. Auch Erwartungen und mögliche Mediationstypen, etwa Einzel- oder Online-Mediation, werden angesprochen.

Kontaktaufnahme und Informationssammlung

Im Vorgespräch fragt der Mediator gezielt nach Fakten und Zielen. Ziel ist, die passende Verfahrensform zu wählen und Vertrauen aufzubauen. Ein gemeinsames Kennenlernen kann separat stattfinden oder als gemeinsames Erstgespräch geplant werden.

Aufklärung über Ablauf, Kosten und Regeln

Im Erstgespräch Mediator erklärt typische Abläufe, Sitzungsdauer und Anzahl der Termine. Es folgen Hinweise zu Moderationsmethoden und möglichen Zwischenzielen. Die Parteien erhalten klare Informationen zu Kosten Mediation und zu üblichen Abrechnungsformen wie Stundensätze oder Pauschalen.

Der Mediator erläutert, welche Mediationsregeln gelten: Redeordnung, respektvoller Umgang, Pausenregeln und Umgang mit starken Emotionen. Transparenz über Kombinationsmöglichkeiten mit Rechtsberatung wird hergestellt, damit Parteien bei Bedarf externe Beratung einholen können.

Vertraulichkeit und Schweigepflicht klären

Vertraulichkeit Mediation ist zentral. Mediatoren unterliegen einer Schweigepflicht nach Standesregeln und Ausbildungsstandards. Der Rahmen der Vertraulichkeit wird vor Beginn klar besprochen.

Ausnahmen von der Vertraulichkeit, etwa bei akuter Gefährdung oder gesetzlicher Meldepflicht, werden offen benannt. Es wird festgelegt, welche Informationen protokolliert werden, wer darauf Zugriff hat und wie Vereinbarungen schriftlich festgehalten werden.

Abschließend wird ein Mediationsvertrag oder eine Einverständniserklärung vorbereitet. Darin sind Form, Ziele und Pflichten sowie die Mediationsregeln verbindlich dokumentiert. So entsteht ein klarer Rahmen für die weitere Zusammenarbeit.

Methoden und Techniken, die Mediatoren einsetzen

In der Mediation nutzt der Mediator verschiedene praktische Werkzeuge, um Gespräche zu strukturieren und Lösungen zu fördern. Diese Mediationsmethoden helfen, Emotionen zu beruhigen, Standpunkte zu ordnen und tragfähige Vereinbarungen zu entwickeln.

Aktives Zuhören und Fragetechniken

Beim aktiven Zuhören bestätigt der Mediator durch Paraphrasieren und nonverbale Signale, dass er verstanden hat. Das fördert Vertrauen und macht Gefühle sowie Bedürfnisse sichtbar. Das aktives Zuhören Mediator-Verhalten reduziert Missverständnisse und senkt die Gesprächsspannung.

Fragetechniken Mediation umfasst offene, klärende und lösungsorientierte Fragen. Systemische Fragen regen neue Perspektiven an. Ergänzend setzt der Mediator Ich-Botschaften und einfache Gesprächsregeln ein, damit Eskalationen vermieden werden.

Konfliktanalyse und Perspektivenwechsel

Die Konfliktanalyse gliedert den Streit in Positionen, Interessen und Bedürfnisse. So wird deutlich, worum es wirklich geht. Eine strukturierte Konfliktanalyse legt Ursachen frei und zeigt Ansatzpunkte für Lösungen.

Methoden zum Perspektivenwechsel wie Rollenübernahme oder Spiegeln stärken Empathie. Bei komplexen Fällen kommen Timeline-Methoden, Ursache-Wirkungs-Analysen oder Stakeholder-Mapping zum Einsatz, um Zusammenhänge sichtbar zu machen.

Visualisierung und strukturierende Moderation

Visualisierung Mediation unterstützt die Nachvollziehbarkeit. Flipcharts, Metaplan-Techniken oder digitale Whiteboards machen Themen und Vereinbarungen sichtbar. Das schafft Orientierung und erleichtert Konsensbildung.

Moderation folgt einem klaren Phasenmodell: Eröffnen, Thematisieren, Problemanalyse, Lösungsfindung und Vereinbarung. Zeitmanagement, Agenda und visuelle Hilfsmittel halten den Prozess fokussiert. Bei Online-Fällen wählt der Mediator sichere Plattformen und Screen-Sharing, um Dokumente gemeinsam zu bearbeiten.

Kommunikationsregeln und Gesprächsführung in der Mediation

Zu Beginn legt der Mediator klare Kommunikationsregeln fest. Redezeitbegrenzung, Ausreden lassen und respektvolle Sprache stehen im Mittelpunkt. Solche Grundsätze schaffen Sicherheit und verhindern, dass Emotionen das Verfahren dominieren.

Die strukturierte Gesprächsführung hilft, den Prozess zu ordnen. Eine Agenda mit Zeitfenstern, Zwischenzusammenfassungen und vereinbarten Pausen sorgt für Klarheit. Damit unterstützt die Gesprächsführung Mediator und Parteien beim zielgerichteten Arbeiten.

Deeskalationstechniken sind unverzichtbar. Gezieltes Unterbrechen destruktiver Muster, Reframing negativer Aussagen und das Benennen von Emotionen reduzieren Spannungen. Diese Schritte gehören zum Eskalationsmanagement, wenn Konflikte drohen, aus dem Ruder zu laufen.

Die Förderung konstruktiver Sprache erleichtert Lösungen. Ich-Botschaften, konkret formulierte Wünsche und lösungsorientierte Formulierungen ersetzen Schuldzuweisungen. So entstehen tragfähige Gesprächswege, die alle Beteiligten akzeptieren können.

Störungen im Verlauf erfordern klare Moderation Regeln. Sanktionen wie das Verlegen in Einzelgespräche oder das temporäre Aussetzen der Diskussion stellen Ordnung wieder her. Der Mediator führt die Parteien zurück zu den vereinbarten Regeln.

Nonverbale Kommunikation liefert wertvolle Hinweise. Körpersprache, Stimmlage und Interaktionsmuster zeigen oft unausgesprochene Bedürfnisse. Der Mediator beobachtet diese Signale, um versteckte Botschaften zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Separate Gespräche sind bei Bedarf sinnvoll. Einzelgespräche bieten Raum für vertrauliche Themen ohne Verlust der Neutralität. Pausen und Nebeninterventionen helfen, Eskalationsmanagement zu betreiben und das gemeinsame Gespräch wieder aufzunehmen.

Die Kombination aus klaren Kommunikationsregeln Mediation, strukturierter Gesprächsführung Mediator und rigorosen Moderation Regeln bildet das Rückgrat jeder mediation. Sie schafft einen sicheren Rahmen, in dem Konfliktbearbeitung möglich wird.

Rolle der Neutralität und Unparteilichkeit

Die Haltung des Mediators prägt den Verlauf jeder Mediation. Eine klare Darstellung von Aufgaben, Grenzen und Verhaltensregeln schafft Vertrauen und erlaubt beiden Seiten, offen zu sprechen. Neutralität Mediator und Unparteilichkeit Mediation sind keine abstrakten Begriffe, sondern tägliche Praxisanforderungen.

Wahrung der Ausgewogenheit zwischen den Parteien

Der Mediator sorgt dafür, dass jede Partei gleiche Redezeit und Chance zur Darstellung erhält. Er nutzt ausgewogene Fragestellungen und vermeidet wertende Kommentare. Bei erkennbarer Machtasymmetrie setzt er Schutzmaßnahmen ein, etwa getrennte Gespräche oder die Anwesenheit einer Vertrauensperson.

Umgang mit Voreingenommenheit und Interessenkonflikten

Vor Beginn prüft der Mediator mögliche Interessenkonflikte und frühere Beziehungen zu den Beteiligten. Gefundene Punkte werden offen angesprochen. Wenn die Neutralität nicht gewährleistet ist, empfiehlt der Mediator eine Weitervermittlung an Kolleginnen oder Kollegen.

  • Prüfung auf frühere Kontakte und Interessenkonflikte Mediator
  • Offene Offenlegung potentieller Befangenheit
  • Beachtung von Ethikrichtlinien und Verbandsstandards

Transparenz über eigene Grenzen des Mediators

Ein Mediator kommuniziert klar seine fachlichen Grenzen. Er darf keine rechtliche Beratung oder Entscheidungsbefugnis übernehmen. Bei Bedarf empfiehlt er spezialisierte Fachleute wie Anwältinnen, Therapeutinnen oder Steuerberater.

Fortlaufende Selbstreflexion, Supervision und Intervision sichern die Qualität der Arbeit. Diese Maßnahmen stärken die Unparteilichkeit Mediation und machen Grenzen Mediator sichtbar und verlässlich.

Vertraulichkeit, Rechtliche Aspekte und Dokumentation

In Mediation stehen Vertraulichkeit und klare rechtliche Regeln im Mittelpunkt. Beteiligte erhalten Informationen zum Schutz persönlicher Daten und zu formalen Folgen. Der Mediator erklärt, wie die Vertraulichkeit Mediation sichergestellt wird und welche rechtliche Einordnung relevant ist.

Rechtlicher Status von Mediationsvereinbarungen

Mediationsvereinbarung ist meist ein privatrechtlicher Vertrag. Parteien können eine Vereinbarung notariell beurkunden lassen oder in einen Gerichtsvergleich überführen.

Die rechtlichen Aspekte Mediation betreffen Gerichtsprozesse, Vollstreckbarkeit und formale Anforderungen. Berufsverbände und Gerichte geben Standards vor, obwohl kein umfassendes bundesweites Mediationsgesetz existiert.

Dokumentation der Ergebnisse und Vereinbarungen

Dokumentation Mediation erfolgt durch ein Abschlussprotokoll oder eine schriftliche Vereinbarung mit klaren Formulierungen, Fristen und Zuständigkeiten. Dieses Dokument beschreibt Pflichten und mögliche Folgen bei Nichteinhaltung.

Datenschutz ist wichtig. Es sollte festgelegt werden, wer Kopien erhält und wie Unterlagen aufbewahrt werden, damit die DSGVO eingehalten wird.

Wann ist Mediation nicht geeignet?

Es gibt klare Grenzen Mediation bei Fällen von akuter Gewalt, Kindeswohlgefährdung oder schwerer psychischer Erkrankung. Ungleiche Machtverhältnisse ohne Schutzmechanismen schränken den Prozess erheblich ein.

Wenn eine Partei nicht kooperiert oder Streitfragen rein strafrechtlichen Charakter haben, ist Mediation begrenzt. In solchen Fällen verweist der Mediator auf Gerichte, Rechtsanwälte oder psychosoziale Hilfen.

Ergebnisse der Mediation: Vereinbarungen und Umsetzung

Mediation führt nicht nur zu Gespräch, sie erzeugt konkrete Ergebnisse. Ein klar formuliertes Mediation Ergebnis beschreibt, wer was bis wann tut. Solche Vereinbarungen Mediation sind kurz, messbar und berücksichtigen rechtliche Rahmenbedingungen.

Bei der Formulierung tragfähiger Lösungen achtet der Mediator auf Interessen, Ressourcen und mögliche Kompromisse. Alternativszenarien und Eskalationspunkte werden festgelegt, um Unsicherheiten bei der Umsetzung zu reduzieren. Vorgaben wie „Wer tut Was bis Wann?“ schaffen Verbindlichkeit.

Ein Umsetzungsplan Mediation enthält Verantwortlichkeiten, Zeitrahmen und Indikatoren für den Erfolg. Oft werden Follow-up-Termine oder Supervisionstreffen vereinbart. Bei Bedarf kann die Mediation später fortgesetzt werden, wenn Punkte unvollständig bleiben oder neue Konflikte auftauchen.

Zur Nachbereitung Mediation gehören regelmäßige Kontrollen des Fortschritts und gegebenenfalls die Einbindung Dritter, etwa Anwälte oder sachverständige Stellen. Solche Maßnahmen stärken die Einhaltung der Vereinbarungen Mediation und schaffen zusätzliche Sicherheit für alle Beteiligten.

Die Evaluation Mediationsprozess erfolgt durch strukturiertes Feedback der Parteien. Fragen betreffen Zufriedenheit mit dem Ablauf, die Qualität der Moderation und die Erreichung der vereinbarten Ziele. Standardisierte Feedbackbögen helfen, Vergleiche zu ziehen und Lernpunkte zu dokumentieren.

Der Mediator dokumentiert Lernerfahrungen und schlägt Verbesserungen vor. Erfolgsmessung basiert auf Einhaltung der Vereinbarung, verbesserter Kommunikation und der Reduktion von Folgekonflikten. Eine saubere Nachbereitung Mediation steigert die Nachhaltigkeit des Mediation Ergebnis.

Tipps zur Auswahl eines geeigneten Mediators in Deutschland

Beim Mediator auswählen sollte die Qualifikation an erster Stelle stehen. Er oder sie sollte eine fundierte Mediationsausbildung vorweisen und idealerweise Mitglied im Bundesverband Mediation oder ähnlichen Berufsverbänden sein. Auf Zertifikate und Fortbildungen in den Bereichen Familie, Wirtschaft oder Arbeitsrecht achten, um die passende Spezialisierung zu finden.

Erfahrung und Referenzen geben Aufschluss über die Praxisreife. Eine transparente Angabe zur Anzahl durchgeführter Mediationen und Erfahrungsberichte sind hilfreich. Bei der Suche kann man Mediator finden Deutschland über Mediationszentren, Rechtsanwaltskammern oder kommunale Beratungsstellen; Online-Bewertungen mit Vorsicht nutzen und persönliche Empfehlungen höher gewichten.

Im Erstgespräch prüft man Neutralität, Sympathie und Arbeitsweise. Wichtige Fragen betreffen den Umgang mit Machtgefällen, die Rolle externer Rechtsberatung, Datenschutz und Dokumentation. Klare Absprachen zu Mediation Zertifizierung, Honorarstruktur und Stornobedingungen schaffen Transparenz über Meditationskosten Deutschland und Dauerplanung.

Bei der Kosten-Nutzen-Abwägung lohnt sich ein Vergleich von Stundensätzen und Pauschalen. Neben reinen Mediation Kosten Deutschland sind immaterielle Vorteile relevant: Beziehungserhalt, Zeitersparnis und nachhaltige Lösungen. Wer unsicher ist, führt mehrere Vorgespräche oder wendet sich an professionelle Vermittlungsstellen, denn der beste Mediator entscheidet oft über den Erfolg des Verfahrens.

FAQ

Wie unterscheidet sich Mediation von einem Gerichtsverfahren oder einer anwaltlichen Vertretung?

Mediation ist ein außergerichtliches, vertrauliches Verfahren, in dem eine neutrale Drittperson die Parteien unterstützt, selbstbestimmte Lösungen zu entwickeln. Im Unterschied dazu trifft ein Richter verbindliche Entscheidungen; ein Anwalt vertritt dagegen meist die Interessen einer Partei. Mediation setzt auf Kooperation, Flexibilität und Erhalt von Beziehungen, statt auf formale Rechtsdurchsetzung.

Welche Aufgaben übernimmt die Mediatorin oder der Mediator konkret?

Der Mediator moderiert den Kommunikationsprozess, analysiert Konfliktlagen, stellt klärende Fragen und führt Techniken wie aktives Zuhören, Perspektivenwechsel und Visualisierung ein. Er trifft keine Entscheidungen für die Parteien, dokumentiert Vereinbarungen und weist bei Bedarf auf rechtliche, steuerliche oder therapeutische Spezialisten hin.

Für welche Konfliktfelder eignet sich Mediation in Deutschland?

Mediation ist vielseitig einsetzbar: Familien- und Scheidungsfragen, Wirtschafts- und Unternehmenskonflikte, Nachbarschaftsstreit, Arbeits- und Teamkonflikte sowie kommunale Auseinandersetzungen. Sie eignet sich besonders, wenn die Parteien an einer langfristigen, praxisnahen und kosteneffizienten Lösung interessiert sind.

Wie verläuft die Vorbereitung und das Erstgespräch?

Die Kontaktaufnahme erfolgt per Telefon, E‑Mail oder über Vermittlungsstellen wie Kommunen und Mediationszentren. Im Vorgespräch klärt die Mediatorin den Sachverhalt, die beteiligten Personen und Erwartungen. Ablauf, Kosten, Regeln und Vertraulichkeit werden transparent besprochen und in einem Mediationsvertrag oder Einverständnis festgehalten.

Welche Kosten kommen auf die Parteien zu und wie werden Honorare gestaltet?

Honorare werden in Deutschland meist als Stundensatz oder Pauschale vereinbart; Berufsverbände geben Richtwerte, konkrete Sätze variieren je nach Erfahrung und Spezialisierung. Zusätzlich können Auslagen für Räume oder Technik anfallen. Eine transparente Kostenaufstellung gehört zur Aufklärung vor Beginn der Mediation.

Wie garantiert der Mediator Neutralität und was passiert bei Interessenkonflikten?

Mediatoren prüfen vorab mögliche Befangenheiten und legen diese offen. Bei erkennbarer Voreingenommenheit oder früheren Beziehungen zu einer Partei wird eine Ablehnung oder Weitervermittlung angeboten. Während des Prozesses sorgt die Mediatorin für ausgewogene Redezeiten, gleiche Teilhabe und bei Machtungleichgewicht für Schutzmaßnahmen wie getrennte Gespräche.

Welche Methoden und Techniken kommen in Sitzungen typischerweise zum Einsatz?

Zentral sind aktives Zuhören, Paraphrasieren und Ich‑Botschaften, systemische Fragetechniken sowie Konfliktanalysen, die Interessen statt Positionen herausarbeiten. Visualisierungen mit Flipchart oder digitalen Whiteboards, Phasenmodelle zur Strukturierung und Timeline‑ oder Stakeholder‑Mapping werden bei komplexen Konflikten eingesetzt.

Wie wird Vertraulichkeit geregelt und gibt es Ausnahmen?

Mediation ist grundsätzlich vertraulich; Mediatoren unterliegen einer Schweigepflicht und halten Vereinbarungen nur mit Zustimmung fest. Ausnahmen bestehen bei akuter Gefährdung, gesetzlicher Meldepflicht oder Kindeswohlgefährdung; solche Grenzen werden zu Beginn offen kommuniziert und in Einverständniserklärungen dokumentiert.

Haben Mediationsvereinbarungen rechtliche Bindungskraft?

Mediationsvereinbarungen sind privatrechtliche Verträge und grundsätzlich verbindlich für die Parteien. Bei Bedarf lassen sich Vereinbarungen notariell beurkunden oder in einen gerichtlichen Vergleich überführen. Für bestimmte familienrechtliche Regelungen kann eine notarielle Absicherung sinnvoll sein.

Wann ist Mediation ungeeignet oder sollte vorsichtig eingesetzt werden?

Mediation empfiehlt sich nicht bei akuter oder drohender Gewalt, bei schwerer psychischer Erkrankung einer Partei, bei massivem Machtungleichgewicht ohne Schutzmaßnahmen oder wenn eine Partei nicht zur Kooperation bereit ist. In solchen Fällen sind Gerichte, psychosoziale Hilfsangebote oder rechtliche Vertretung die richtige Wahl.

Wie werden Ergebnisse dokumentiert und wie erfolgt die Nachbereitung?

Ergebnisse werden in einem Mediationsprotokoll oder einer Abschlussvereinbarung schriftlich festgehalten, mit klaren Verantwortlichkeiten, Fristen und Umsetzungsplänen. Follow‑up‑Termine zur Kontrolle oder Supervision werden vereinbart. Bei Bedarf können Externe wie Anwälte oder Dritte zur Absicherung eingebunden werden.

Welche Kriterien helfen bei der Auswahl eines geeigneten Mediators in Deutschland?

Wichtige Auswahlkriterien sind qualifizierte Ausbildung (z. B. nach Standards der Deutschen Gesellschaft für Mediation oder Bundesverband Mediation), Erfahrung, Spezialisierung (Familie, Wirtschaft), Mitgliedschaft in Berufsverbänden, transparente Kostenkommunikation und die persönliche Passung im Erstgespräch. Empfehlungen von Mediationszentren, Rechtsanwaltskammern oder vertrauliche Referenzen sind hilfreich.

Können Mediationsprozesse online stattfinden und sind sie ebenso wirksam?

Online‑Mediation ist möglich und oft effektiv, wenn sichere Plattformen, klare Technikregeln und Visualisierungstools genutzt werden. Sie bietet Vorteile bei Zeit- und Anfahrtsersparnis. Bei stark emotionalen Themen oder technikaffinen Einschränkungen kann Präsenz jedoch vorteilhafter sein.

Wie misst man den Erfolg einer Mediation?

Erfolg lässt sich über Einhaltung der Vereinbarungen, verbesserte Kommunikation, Reduktion weiterer Konflikte und Zufriedenheit der Parteien messen. Standardisierte Feedbackbögen, Nachbereitungstermine und Evaluationsgespräche dokumentieren Prozessqualität und mögliche Verbesserungsbedarfe.
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